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TRAMPELPFADE

Song des Monats

 

El-e-be-e-en.  Leben. Meines Erachtens das grösste Geschenk überhaupt. Meine Eltern haben es mir zukommen lassen. Allein dafür bin ich Ihnen auf ewig dankbar, mehr noch: Ich liebe sie dafür. Das mag jetzt kitschig klingen. Darf es auch, denn a) bin ich eine Frau und allein schon dadurch mit meinem Freund Kitsch seit Kindertagen unzertrennlich dicke unterwegs, und b) bin ich ein Fan der Liebe. Eventuell auch, weil ich aus einer dieser entstanden bin. Vielleicht auch, weil ich unter ihrem Stern die prägendste Zeit,  meine Kindheit, verbracht habe. Das Resultat bin ich. Eine inzwischen erwachsengewordene Frau, die einfach nicht die Finger davon lassen kann, anderen Erdlingen Gutes zu tun. Manchmal habe ich das Gefühl, mein Körper ist eine Art Maschine, die unentwegt Massen an bedingungsloser Liebe produziert, welche geradezu danach schreit unters Volk gebracht zu werden. Eine ziemlich effiziente Maschine, wenn man mich fragt. Kostenfaktor gleich Null. Der einzige Rohstoff auf den sie zurückgreift, ist ein aufgeräumter Geist und, man höre und staune, selbst diesen gibt`s für lau, gleichwohl nicht umsonst. Dafür muss man einiges tun. All das Gelernte neu ordnen, zum Beispiel. Unnötigen Ballast ergründen und ausrangieren gehört genauso zur Vorarbeit der Produktion, wie die Erkenntnis, dass man aufhören sollte, alles werten zu wollen. Letzteres ist am Schwierigsten, denn uns wird von Kindesschuhen an eingetrichtert, dass wir alles und jeden bewerten müssen, damit wir es anschliessend in die richtige Schublade einsortieren können. Angeblich braucht das Leben ja Ordnung und Struktur, wie sonst will man mit all den Emotionen, Eindrücken und Gedanken klarkommen, die Non-Stop auf uns einprasseln. Ich will Dich ja nicht entmutigen, aber das ist alles Blödsinn. Blödsinn in Anbetracht dessen, dass wir scheinbar nur genau dadurch das Leben meistern können. Haste was, biste was. Haste mehr, biste besser. Nein. Das stimmt nicht. Das Leben auszukosten und zu füllen bedeutet genau das Gegenteil. Bewertungen und Schubladen helfen uns nicht, sie behindern uns. Im Inneren weiss jeder, dass er was Besonderes ist, doch lehrt man uns all die Zeit, dass unsere eigene Besonderheit in der Aussenwelt, in Dingen, zu finden ist. Sorry, aber das ist Bullshit. Schau mal, wenn alle die gleichen Schubladenaufkleber haben, fangen wir irgendwann automatisch an uns gegenseitig zu bewerten. Irgendwann? Wir sind schon mittendrin. „Ich hab mehr als Du“ … „Die ist hübscher als ich“ …. „Ich hab den besseren Job als Du“….“Der hat mehr Kohle und kann viel mehr reisen als ich“…. bla bla bla.  Wir vergleichen uns unentwegt. Resultat: Wir fühlen uns immer im Wettstreit und zumeist unbefriedigt. Und nicht nur das. Um diesem Gefühl zu entfliehen, spielen wir Bleifuss und geben noch mehr Gas, à la: „Wenn ich schneller bin und noch mehr mache, dann geht es mir auch irgendwann besser, dann hab ich irgendwann alles was ich brauche und kann endlich das Leben geniessen.“ Wir wollen immer mehr. Mehr von diesem und mehr von jenem. Und dann?

„Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien.
Mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit.
Mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen.
Mehr Experten, aber größere Probleme.
Wir rauchen und trinken zu viel, aber lachen zu wenig.
Fahren zu schnell, regen uns zu schnell zu sehr auf,
bleiben zu lange wach, stehen müde auf.
Wir lesen zu selten & sehen zu viel fern.
Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert.
Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt finanziert, aber nicht mehr, wie man lebt.
Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben.
Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nächsten.
Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile. Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns.“

Zack. So sieht`s aus. Wir schauen nach aussen, statt nach innen. Wir schauen auf die anderen, statt auf uns selbst. Leben. Ein unscheinbares Wort, welches wir teils mehrfach am Tag gebrauchen, ohne tatsächlich zu realisieren, welcher überdimensionaler Inhalt sich dahinter versteckt. Wobei, nein, verstecken ist das falsche Wort, denn dies hiesse ja, dass man es erst suchen müsse. Doch es ist umgekehrt. Das Leben ist ganz offensichtlich da. Es ist allgegenwärtig. Für das menschliche Gehirn ist das schon wieder viel zu einfach. „Was? Ich muss nicht suchen? Aber wozu denn das alles? Wozu meine ganze Hetzerei?, fragt sich dann der Mensch und will nicht wahrhaben, dass etwas so Komplexes so einfach zu finden sei. „Nein, es ist sicher alles ganz anders. Ich muss mich einfach noch mehr anstrengen, noch mehr tun, noch mehr denken, noch mehr Gas geben und noch mehr vergleichen, nur so kann ich des Rätsels Lösung finden.“ Aha. Na dann mach mal. Geh mal suchen. Ich schaue mich derweil mal im Leben um, das ist nämlich all die Zeit allumfassend da. Wir sind nicht nur ummantelt vom Leben, welches sich unter uns, über uns, neben uns, vor uns und hinter uns befindet, nein, es ist auch in uns. Wir haben Augen, um das Leben sehen zu können, Ohren, um es akustisch wahrzunehmen,  Nervensysteme, um es spüren zu können, eine Nase, um es riechen zu können und einen Mund, um das facettenreiche Leben  auch schmecken zu können. Und was machen wir? Wir halten uns mal wieder für die Allwissenden. Wir übergehen die eigentlichen Funktionen der Sinne, legen alles in eine Waagschale namens Gehirn und halten unsere Intelligenz für das Cleverste überhaupt. Mit dem Kopf durch die Wand quasi. Zack. Da ist sie. Die Verzerrung der Realität. Warum verzerrt?, fragst Du. Na wenn Du Dein ganzes Tun und Handeln danach auslegst, was Du denkst oder besser noch, was andere denken, unter Schubladenkontrollwahn denkend leidest und selbst meinst, besser sein zu müssen als andere, dann hast Du Dich quasi selbst vom eigentlichen Leben weg-katapultiert. Irgendwohin ins strauchelnde Nichts. Du hast sinngemäss, die Erdhaftung verlassen und irrst in einem Cube mit der Aufschrift „Suche“ umher. Aber weil Mutter Natur an Cleverness nicht zu toppen ist, hat sie natürlich die Möglichkeit dieses Fauxpas bedacht und uns ein akustisches Signal in die Brust gepflanzt – für den Fall der Fälle. Als Notlösung. Hast Du noch nie realisiert, warum Du so gerne Musik hörst? Warum Du Dich in der Musik so geborgen und frei fühlst?

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„Dear Music. Thank you for always clearing my head, healing my heart and lifting my spirits“.

Lori Deschene hatte das einmal gesagt und ich gebe ihr Recht. Musik ist für uns alle überlebenswichtig.  Man könnte auch sagen: „Musik ist der Kommunikationsschlüssel im zwischenmenschlichen Bereich und das Bindeglied zwischen Herz und Selbstwahrnehmung. Wenn Musik erklingt, wird unser Herz reanimiert. All unsere Sehnsüchte werden unverhofft sichtbar,  greifbar. Die Musik reisst uns aus dem Cube heraus, raus aus der Verzerrung der Realität. Sie findet den Schalter: Kopf aus – Herz an. Jeder Mensch mag Musik, egal welcher Stil, egal wie laut. Hauptsache Musik. Je verzerrter die Realität, desto grösser die Freude am Aufdrehen des Lautstärkepegels. Naja, vielleicht, nur eine Mutmassung. Fakt ist, Musik schenkt uns für ein paar Augenblicke das Gefühl des Lebendigseins und hilft uns zurück ins echte Leben einzutauchen. Freiheit, Liebe, ein harmonisches Miteinander – danach ruft das Herz. Schlagartig sehen wir all die Schönheit um uns herum. Die Schönheit der Natur & die Schönheit der Menschen. Das sind jene erstrebenswerte Augenblicke, in denen wir unserem Gefühl endlich einmal Vertrauen schenken und die Existenz der „Richtig-oder-Falsch-Schublade“ in totale Vergessenheit gerät.  Musik bringt das Gemeinsame zum Vorschein und lässt es erblühen. Musik mag ein Luftikus sein, dennoch erdet sie uns auf wunderbare Weise. Unser Herz ist dabei das Bindeglied (verlass Dich auf Dein Herz, es schlug schon bevor Du denken konntest). Mutter Natur hat sich da schon so ihre Gedanken gemacht und alles perfekt ausgetüftelt. Sie weiss, wie verblendet der Mensch sein kann und hat uns noch einige andere Hinweisschilder aufgestellt. Sieh doch, warum sonst fühlen wir Menschen uns auf Bergen, in Wäldern, im Meer, in der Sonne und beim simplen Fahrradfahren so fabelhaft frei und losgelöst? Tief in unserem Inneren wollen wir Menschen gar keinen Wettstreit miteinander, sondern wollen einfach „sein“. Ein friedliches Miteinander. Warum sonst gehst Du auf eine Party oder lädst Freunde zum Essen zu Dir nach Hause ein? Warum meinst Du, fühlst Du Dich unter Gleichgesinnter lebendiger und zwischen liebenswürdigen Menschen wohler in Deiner Haut, als inmitten von argwöhnisch – dreinschauhenden und oberflächlich-denkenen Menschen?

Weil wir alle die Liebe in uns tragen. Eine Liebe die uns aufblühen lässt, wenn wir sie teilen.

„Love is the highest law“, das haben uns schon U2 vorgeträllert. „Give peace a chance“, das hat uns schon John Lennon ins Herz reingeimpft.  Alle wollen die Welt verändern, aber keiner sich selbst.

Und dann bist Du auf einem Konzert. Lauschst den Klängen der Musik und lässt los. Alltag, quälende Gedanken, Frust, Deadlines. Du lässt alles los und lässt Dich treiben. Du fängst langsam an Dich auf den Beat einzulassen. Der Typ neben Dir vernimmt Dein Mitsummen, schliesst die Augen und lächelt in sich hinein. Hautfarbe, Religion, Herkunft, Haarfarbe, Ausländer sein oder kein Ausländer sein,  Klamottenstil – nichts von all dem spielt hier eine Rolle. Musik vereint. Wir sind alle eins. Die Musik wird energischer. Dein ganzer Körper ist voller Gänsehaut, weil Du selbst von dieser unfassbaren, gemeinsamen Energiewelle so geflasht bist. Du schleuderst die Arme nach oben sobald es in den Songs um Freiheit, Liebe und gemeinsame Power geht und möchtest sofort mit all den Leuten auf die Strasse rennen und die Welt verändern. Du schliesst die Augen und atmest alles ein. All das Gute. All das Schöne. Alles um Dich herum. Das Leben. Du bist mittendrin. Dein Herz tanzt. Es gibt kein Halten mehr. Du schreist Dir den Kummer Deiner Seele aus der Kehle, zusammen mit hunderten von Gleichgesinnten. Dein Gehirn schaltet alle Vorurteile und Schubladensysteme aus und vertraust Deinem gefühl. Wenn hier eine Person über die Köpfe der anderen getragen wird, interessiert es Dich nicht, woher er oder sie kommt, welchen Job er oder sie ausübt. All dies zählt nicht. Vor lauter Euphorie tanzt Du mit der Person neben Dir – alle je existierenden Schranken sind niedergerissen. Mit Pauken und Trompeten. Es gibt kein Er und keine Sie, nur ein WIR. In jenem Augenblick ist es uns egal, ob der neben uns mehr oder weniger verdient. Uns interessiert es nicht, wo er herkommt, was für ein Auto er fährt, wie gross ihre Wohnung oder sein Haus ist. Das einzig Wahre was für in jenem Augenblick zählt, ist die Tatsache im Hier und Jetzt zu sein. Gemeinsam. In Liebe. Alle anwesenden Menschen. Nach 15 Jahren im Musikbusiness kann ich genau dies sagen, weil ich es Jahre über Jahre beobachtet habe. Meines Erachtens ist dies, was da im Unterbewusstsein abgeht, eines der Gründe, warum Menschen zu LIVE-Konzerten gehen. Es ist die enorme positive Energie, die wir Menschen, wenn wir alle oberflächlichen Denkstrukturen und Rasterungen fallen lassen, selbst produzieren.

 

Ich habe mich heute unters Publikum gemischt und will den Moment noch geniessen. Mit dem Herzen fühlen – es nicht nur beobachten und wahrnehmen, sondern Teil dessen sein. Bäääm. Da ist es: Das Leben. So fühlt es sich an. Tränen der Freude machen uns zu dem was wir sind: zarte, friedliche, energiegeladene Seelen, die so viel zu geben haben. Hier will ich bleiben und noch ein wenig verweilen, denn hier habe ich das Gefühl, ich sein zu können. Weit weg von Systemen der Wertung, des Drucks, des Geldes und weit weg von beschrifteten Du-musst-Schubladen. Möge dieser Augenblick nie enden. Möge die Musik nie aufhören zu erklingen…und wenn doch, dann höre auf Dein Herz und lass es tanzen…überall…bei Wind und Wetter…und fang an, Dich zum Beat zu bewegen. Sei Du selbst die Musik und entzünde das Feuer der anderen.

„Wir sind alle nur Besucher auf dieser Welt und zu dieser Zeit. Unsere Seelen sind nur auf der Durchreise. Unsere Aufgabe hier ist es zu beobachten, zu lernen, zu wachsen, zu leben und dann wieder nach Hause zu gehen.“ Eine Weisheit der Aborigines

 

Happy Vibes – Happy Life!

 

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